Haltung verstehen - mehr als nur gerade stehen

Person mit erhobenen Armen vor einer Berglandschaft bei Sonnenaufgang.

Wenn wir über Haltung sprechen, denken viele sofort an „Schultern zurück, Brust raus“. Doch Haltung ist weit mehr als eine starre Position – sie ist ein Ausdruck unseres Lebensstils, unserer Gewohnheiten und manchmal auch unserer inneren Haltung zum Leben. In über 40 Jahren Arbeit mit Patienten habe ich gelernt: Haltung ist niemals nur das, was wir sehen – sie ist auch das, was wir fühlen und leben.

Haltung ist Bewegung – eingefroren in einem Moment

Unsere Haltung ist das Ergebnis unzähliger Bewegungen, die wir Tag für Tag machen – oder eben nicht machen. Sitzende Tätigkeiten, ständiger Blick aufs Smartphone, einseitige Belastungen im Sport oder Beruf – all das prägt, wie wir stehen, gehen und uns durch den Alltag bewegen.

Was viele vergessen: Unser Körper „merkt“ sich diese Muster. Muskeln, Faszien und Gelenke passen sich an – und das nicht immer zu unserem Vorteil. Wer über Jahre einseitig arbeitet oder sich wenig bewegt, entwickelt oft Fehlhaltungen, die irgendwann Beschwerden verursachen – manchmal im Rücken, manchmal im Nacken, manchmal an ganz anderer Stelle.

Das Zusammenspiel von Körper und Kopf

Haltung ist nicht nur körperlich. Emotionen, Stress, Selbstbewusstsein – all das spiegelt sich in unserem Körperbild wider. Wer erschöpft ist, lässt die Schultern sinken. Wer gestresst ist, spannt den Nacken an. Wer unsicher ist, meidet den Blickkontakt und zieht sich wortwörtlich zurück. Manchmal sieht man schon vor dem ersten Gespräch, wie es jemandem geht – einfach an der Art, wie er oder sie steht oder geht.

In der Therapie ist das ein wichtiger Hinweis: Es lohnt sich immer, sowohl die körperliche als auch die emotionale Ebene zu betrachten. Denn nur wenn beide im Blick sind, lässt sich eine Haltung wirklich nachhaltig verändern.

Warum Haltung die Wirbelsäule so stark beeinflusst

Die Wirbelsäule ist das zentrale Verbindungsglied zwischen Kopf, Brustkorb, Becken und Beinen. Eine schlechte Haltung verteilt die Kräfte im Körper ungleichmäßig – Gelenke werden überlastet, Muskeln verspannen sich, Faszien verkleben. Das kann zu Schmerzen führen, aber auch andere Körperfunktionen beeinflussen:

  • Atmung: Eingesunkene Haltung kann die Lungenkapazität verringern.
  • Verdauung: Ein zusammengedrückter Bauchraum kann die Verdauung verlangsamen.
  • Schlaf: Muskelverspannungen beeinflussen die Schlafqualität.

Haltungsanalyse – der erste Schritt zur Veränderung

In meiner Praxis beginnt Haltungsarbeit immer mit einer präzisen Analyse. Ich schaue mir an:

  • Wie steht die Wirbelsäule in Relation zum Becken und zu den Schultern?
  • Welche Muskelgruppen sind über- oder unteraktiv?
  • Gibt es Bewegungsmuster, die den Körper aus der Balance bringen?

Oft arbeite ich dabei mit Fotos oder Videoanalysen, um den Fortschritt sichtbar zu machen. Für viele ist es ein Aha-Moment, die eigene Haltung von außen zu sehen.

Was wir tun können

Haltungsarbeit beginnt nicht damit, sich „zusammenzureißen“. Sie beginnt mit Bewusstsein. Fragen wie:

  • Wie sitze oder stehe ich gerade jetzt?
  • Atme ich tief oder flach?
  • Wie fühlt sich mein Rücken an?

In meinen Praxen in München & Stanzach (Tirol) verbinde ich Wirbelsäulentherapie, gezielte funktionelle Übungen und Medical Coaching, um nicht nur die Haltung zu verbessern, sondern auch die dahinterliegenden Gewohnheiten zu verändern. Mein Ziel: Den Körper so zu trainieren, dass er sich von selbst aufrichtet – ohne ständige Korrekturanweisungen, aber mit Stabilität und Leichtigkeit.

Praktische Alltagstipps für bessere Haltung

  1. Bewegungspausen einbauen – Jede Stunde kurz aufstehen, strecken, Schultern kreisen.
  2. Smartphone-Blick ändern – Gerät auf Augenhöhe bringen, statt den Kopf zu senken.
  3. Bewusst atmen – Tiefe Bauchatmung entlastet die Wirbelsäule und entspannt den Oberkörper.
  4. Kräftigung & Mobilität – Kombiniere beides. Nur kräftige, aber bewegliche Muskeln können Haltung langfristig verbessern.
  5. Spiegelarbeit – Regelmäßig die eigene Haltung bewusst kontrollieren.

Warum Medical Coaching hier so wertvoll ist

Oft reicht reine Körperarbeit nicht. Viele Haltungsprobleme hängen mit Routinen, Arbeitsplatzgestaltung oder sogar inneren Glaubenssätzen zusammen. Im Medical Coaching erarbeiten wir gemeinsam Strategien, um neue Gewohnheiten zu festigen – und alte, ungünstige Muster zu lösen. Das bedeutet: weniger Rückfälle in alte Haltungsmuster, mehr Selbstwahrnehmung und Eigenverantwortung.

Fazit

Haltung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis dessen, wie wir leben, arbeiten und mit uns selbst umgehen. Wer Haltung ganzheitlich betrachtet, kann Schmerzen reduzieren, Beweglichkeit verbessern und gleichzeitig mehr Energie im Alltag gewinnen.

Mehr über meinen Ansatz erfährst du hier !

© 2025 - Albert Jakob | Am Blütenring 16,  80939 München

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